Geschichte des Museums

1871 regte Julius Mißbach, ein in politischen und gesellschaftlichen Bereichen engagierter Neustädter Bürger und Zeitungsverleger, das Anlegen einer Altertumssammlung vor dem Neustädter Gewerbeverein an. Da die Idee auf Wohlwollen stieß, begann man bereits im selben Jahr mit dem Sammeln von regionalen Sachzeugen. Die Eröffnung eines Heimatmuseums erfolgte 1874 im Schulsaal der Allgemeinen Volksschule, gleichzeitig mit der Gründung des Altertumsvereins. August Voogt, Bürgermeister der Stadt und Kaufmann, wurde der erste Verwalter des Museums. 23 Jahre später ging die Sammlung in städtischen Besitz über und zog in das Dachgeschoss des Rathauses. 1936 kam es unter dem ehrenamtlichen Museumsleiter Paul Köhler zu einer Erweiterung der Ausstellungsfläche.


Von 1945 bis 1955 ruhte der Museumsbetrieb, bis in diesem Jahr Georg Reymann die ehrenamtliche Leitung übernahm. Er arbeitete bis 1966 und forschte, ebenso wie sein Vorgänger Paul Köhler, intensiv zur Regional- und Heimatgeschichte. Von 1966 bis 1972 öffnete das Museum nur noch auf Anfrage und wurde 1972 endgültig geschlossen.


Ab 1991 erfolgte, in Vorbereitung auf eine Wiedereröffnung, eine intensive Sammeltätigkeit zu den Themen Handwerksgeschichte, Industrie- und Technikgeschichte sowie Alltagsgeschichte der Stadt Neustadt. Verstärktes Augenmerk wurde auf die umliegenden Rittergüter, Objekte zum VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinenbau und der Kunstblumenherstellung sowie Kunstgegenstände von regionalen Künstlern gelegt. Neben dem Erwerb neuer Sammlungsgegenstände wurde intensiv dokumentiert und geforscht. 1994 setzte die Stadt Neustadt in Sa. erstmalig hauptamtlich eine fachliche Leitung des Museums ein und unter der Regie von Silvia May konnte 1997 das Museum mit den Schwerpunkten Stadtgeschichte, Regional- sowie Industrie- und Technikgeschichte eröffnet werden. Es fand Unterkunft im denkmalgeschützten Malzhaus, welches im Jahr 1768 gebaut und 1995/1996 umfassend saniert wurde.